CBD und Sex

Einige von Euch hatten bestimmt schon mal bekifft Sex. Die wenigsten von euch wissen allerdings, inwiefern sich Cannabidiol (abgek. CBD) auf euer Sexleben auswirkt. Wir haben für Euch herausgefunden, ob und warum das eine Alternative zu normalem Gras ist.

Stoned beim Sex – Ein alter Hut

Seit einigen tausend Jahren wird Cannabis schon als Aphrodisiakum benutzt. Lustigerweise wird es ähnlich lange dazu genutzt, sexuelle Lust zu unterdrücken. In den wichtigsten Werken der Antiken Kräuter- und Medizinkunde, wird zum einen die erregende Wirkung des Hanfes beschrieben, zum anderen aber auch vor möglicher Impotenz gewarnt.

Da Cannabis angeblich während des Hexensabbats als Aphrodisiakum genutzt würde, wurde es im Mittelalter dämonisiert und die sexuelle Wirkung der Pflanze im 16. Jahrhundert gar als eine der Hauptwirkungen gelistet [1]. Auch im arabischen Raum war die erotisierende Wirkung bekannt. So handelt eine Geschichte in Tausendundeine Nacht von einer jungen Frau, die nach dem Konsum von Haschisch für vermeintlich tot erklärt wurde und nachdem der Fehler bemerkt wurde, durch ihren starken Appetit und ihr sexuelles Verlangen auffiel.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die erregende Wirkung des Cannabis auch im U.S. Dispensatory, einer Art Arzneibuch, eingetragen [2].

Ob Cannabis aber eine aphrodisierende Wirkung hat oder nicht, war, ob des Mangels an Studien und Forschungen, rein spekulativ. So wird die libido-steigernde Wirkung in der ayurvedischen Medizin seit über 1000 Jahren genutzt [3], allerdings wird Cannabis im selben Land von Asketen zur Zerstörung ihres sexuellen Appetits konsumiert [4].

Sexuelle Wirkung von Cannabis

Die Annahme, dass Cannabis sowohl an- als auch abturnend wirkt, ist, trotz des Mangels an Studien und Forschungsergebnissen zu der Zeit, ziemlich richtig.

Nach Paracelsus „allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“ [sic], sorgen zum Beispiel chronische und/oder hohe Dosen von Tetrahydrocannabinol (abgek. THC) für weniger und auch schlechteres Sperma bei Menschen [5]. In Tierversuchen stellten Forschen fest, dass chronischer Konsum die Anzahl von Fehlgeburten erhöht [6]. Allerdings sind diese Punkte reversibel und normalisieren sich wieder. Auf der anderen Seite sorgen ausreichend geringe Mengen THC für ein erhöhtes Verlangen nach Liebe, Zärtlichkeit und Sex [7], was anschließend mit einem gesteigerten Vergnügen und stärkerer Befriedigung beim Sex einhergeht [8]. Was nach einer win-win Situation klingt, ist leider nicht ganz risikofrei: Die erhöhte Erregung und Enthemmung durch Cannabiskonsum führt auch dazu, dass Konsumenten eine größere Chance haben, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken [9,10]. Beachtet man dabei, dass Cannabisnutzer statistisch gesehen häufiger Sex haben, sollte auf jeden Fall an Safer-Sex gedacht werden. Mit einer vernünftigen Dosis profitiert man allerdings von einem besseren Körpergefühl während des Sex [12,13,14], der mitunter sogar länger dauern kann [8,15]. Übertreibt man es allerdings, kehren sich die Effekte um. So kann übermäßiger Konsum zu verringertem sexuellen Verlangen, Impotenz und Orgasmusschwierigkeiten führen [7].

Aber hier gehts doch um CBD

Wie ihr seht, ist „THC und Sex“ ein zweischneidiges Schwert. Wem die Kombination zu heikel ist, oder von den negativen Nebenwirkungen abgeschreckt ist, sollte einen Blick auf die Auswirkungen von CBD auf die Sexualität betrachten. So hilft es, bei Frauen, durch seine schmerz- und krampflindernde Wirkung gegen Menstruationsschmerzen und verbesser bei Männern die Qualität des Spermas [25]. Die hauptsächliche Wirkung in Sachen Sex ist aber jene, dass es angstlösend wirkt. Es interagiert -vorsicht, jetzt wird es etwas kompliziert- im Körper mit CB1-, TRPV1– und 5HT1A-Rezeptoren. Um die Verwirrung etwas zu verringern, gehen wir die Rezeptoren einfach mal der Reihe nach durch.

CNR1_Human_Cannabinoid_receptor_1

 

Der CB1-Rezeptor ist ein Cannabinoidrezeptor, der hauptsächlich im zentralen und peripheren Nervensystem vorkommt. Er interagiert sowohl mit körpereigenen Cannabinoiden, wie zum Beispiel Anandamid, als auch mit körperfremden Cannabinoiden, hier CBD (sowohl direkt als auch indirekt, aber das ist ein anderes Thema [16, 17]). In unserem Fall hat der Rezeptor die Funktion, dass er bei Aktivierung wichtig für den Umgang mit Angst wird [18,19]. CBD oder generell CB1-Agonisten haben hier 2 Phasen: In niedrigen Dosen wirken sie angstlösend, in hohen Dosen genau andersherum [19].

Der TRPV1-Rezeptor (haltet euch fest: Transiente Rezeptor-Potential-Kationenkanal der Unterfamilie V (für Vanilloid), Subtyp 1) ist ein Schmerzrezeptor, der, wie CB1, im zentralen und peripheren Nervensystem vorkommt [20,21]. Er ist dafür verantwortlich, dass bei einer hohen Dosis an CB1-Agonisten Angst entsteht [19].

Der 5HT1A-Rezeptor bindet den Neurotransmitter Serotonin in einigen Hirnregionen, die mit Angst zu tun haben [22,23]. Buspiron, ein angstlösendes Medikament, sorgt zum Beispiel, wie CBD, im Raphte-Kern dafür, dass Angst gemindert wird [24].

Diese Rezeptoren sorgen also dafür, dass Ihr euch besser entspannen könnt und Eure Hemmungen und Ängste, auch beim Sex, genommen werden.

CBD hilft Euch dabei, ein positives Sexualleben zu erlangen. Indem es Stress und Schmerzen verringert, hat es die Fähigkeit, die Initimität zwischen Euch und Eurem Partner zu erhöhen, dabei aber einen klaren Kopf zu behalten. So könnt Ihr euch völlig auf die schönste Nebensache der Welt konzentrieren.

Quellenangaben:

[1]Abel, E. L. (1980). Marihuana: The First Twelve Thousand Years. New York: Plenum Press.
[2]Ley, W. (1843). Observations on the cannabis indica, or Indian hemp.
[3]Dwarakanath, C. (1965) Use of opium and cannabis in the traditional systems of medicine in India.
[4]Indian Hemp Drugs Commission Report, Government Printing Office, London, 1893 – 1894, p, 179.
[5]Hembree, W.C.; Nahas, G.G. ; Zeidenberg, P. & Huang.style=“font-size:small;“>(1979). Changes in human spermatazoa associated with high dose marijuana smoking. In : Nahas, G.G. & Paton, W.D.M.(Eds.). Marijuana : Biological Effects. New York: Pergamon.
[6]Sassenrath, E.N.; Chapman, L.F. & Goo, G.P. (1979). Reproduction of Rhesus monkeys chronically exposed to delta-9-THC. In : Nahas, G.G. & Paton, W.D.M. (Eds.). Marijuana: Biological Effects. New York: Pergamon.
[7]Eul, J., & Verres, R. (2016). Wirkungen psychoaktiver Substanzen auf das Bedürfnis nach Liebe, Zärtlichkeit und Sex sowie auf die sexuelle Performance – Ergebnisse einer Umfragestudie bei 1616 Personen mit überwiegend multipler Drogenkonsumerfahrung. Abgerufen von http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-115228.
[8]Halikas, J., Weiler, R., & Morse, C. (1982). Effects of regular marijuana use on sexual performance. Journal of Psychoactive Drugs, 14, 59–70.
[9] Liau, A., Diclemente, R. J., & Wingood, G. M. (2002). Associations between biologically confirmed marijuana use and laboratory-confirmed sexually transmitted diseases among African American adolescent females. Sexually Transmitted Diseases, 29, 387–390.
[10]Smith, A. M. A., Ferris, J. A., Simpson, J. M., Shelley, J., Pitts, M. K., & Richters, J. (2010). Cannabis use and sexual health. Journal of Sexual Medicine, 7, 787–793.
[11] Goode, E. Drug use and sexual activity on a college campus. American Journal of Psychiatry, 1972, 128, 92-96.
[12]Dawley, H. H., Jr., Winstead, D. K., Baxter, A. S., & Gay, J. R. (1979). An attitude survey of the effects of marijuana on sexual enjoyment. Journal of Clinical Psychology, 35, 212–217.
[13]Kolodny, R. C., Masters, W. H., & Johnson, V. (1979). Textbook of sexual medicine. Boston, MA: Little, Brown & Co.
[14]McKay, A. (2005). Sexuality and substance use: the impact of tobacco, alcohol, and selected recreational drugs on sexual function. Canadian Journal of Human Sexuality, 14, 41–56.
[15]Jarvik, M., & Brecher, E. (1977). Drugs and sex: inhibition and enhancement. In J. Money, & H. Musaph (Eds.), Handbook of sexology (pp. 1095–1106). Amsterdam, Netherlands: Elsevier/North Holland Biomedical Press.
[16]McPartland JM, Duncan M, Di Marzo V, Pertwee R (2014). Are cannabidiol and Δ9-tetrahydrocannabivarin negative modulators of the endocannabinoid system? A systematic review. Br J Pharmacol 172: 737–753.
[17]Mackie K (2005) Distribution of cannabinoid receptors in the central and peripheral nervous system. In: Handbook of experimental pharmacology, Vol. 168 (Pertewee RG, ed), pp 299–323.Berlin: Springer.
[18]Riebe CJ, Pamplona FA, Kamprath K, Wotjak CT .Fear relief- toward a new conceptual framework and what endocannabinoids gotta do with it. Neuroscience 2012 ;204:159-185.
[19]Ruehle S, Rey AA, Remmers F, Lutz B. The endocannabinoid system in anxiety, fear memory and habituation. J Psychopharmacol 2012;26:23-39.
[20]Kauer JA, Gibson HE. Hot flash: TRPV channels in the brain. Trends Neuroscience 2009;32:215-224.
[21]Aguiar DC, Moreira FA, Terzian AL, et al. Modulation of defensive behavior by transient receptor potential vanilloid type-1(TRPV1) channels. Neurosci Biobehav Rev 2014;46:418-428.
[22]Sprouse JS, Aghajanian GK. Electrophysiological responses of serotoninergic dorsal raphe neurons to 5-HT1A and 5-HT1B agonists. Synapse 1987;1:3-9.
[23]Sun YN, Wang T, Wang Y, et al. Activation of 5-HT receptors in the medial subdivision of the central nucleus of the amygdala produces anxiolytic effects in a rat model of Parkinson’s disease.Neuropharmacology 2015;95:181-191.
[24]Chessick CA, Allen MH, Thase M, et al. Azapirones for generalized anxiety disorder. Cochrane Database Syst Rev 2006;CD006115.

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